Ihre Daten sind wichtig. Wir erstellen daher regelmäßig Backups. Sollten Daten einmal verloren gehen, können diese sogar nach Monaten wieder hergestellt werden. Damit dies jedoch funktioniert ist es wichtig, dass Sie verstehen, wie unsere Backups durchgeführt werden und welche Besonderheiten dabei zu beachten sind.
Wann und wie erstellen wir Backups?
Datensicherungen werden von uns jede Nacht durchgeführt. Alle Server werden hierbei nacheinander abgearbeitet. Der genau Zeitpunkt des Backups variiert, abhängig davon, wie viele Daten in dieser Nacht zu sichern sind. Typischerweise finden Backups zwischen Mitternacht und 8 Uhr morgens statt.
Unsere Backups arbeiten dateibasiert. Das System überprüft bei jeder Datei, ob sich seit der letzten Sicherung die Dateigröße oder das Zugriffsdatum geändert hat oder ob es sich um eine komplett neue Datei handelt. Falls ja, wird die Datei neu vom Server auf das Backup-System übertragen. Dies geschieht mit allen Dateien auf Ihrem Server. Auf dem Server gelöschte Dateien werden auch im aktuellen Backup entfernt. Am Ende des täglichen Sicherungslaufs wird auf dem Backup-System ein Snapshot erstellt. Dieser enthält alle Dateien in dem Zustand, in dem sie sich während des nächtlichen Sicherungslaufs befanden. Durch die Verwendung von Snapshots ist es möglich, auf regelmäßige speicherplatzintensive Vollbackups zu verzichten, was uns Speicherplatz und Ihnen dadurch Kosten spart.
Wie lange werden Backups aufbewahrt?
Snapshots der nächtlichen Sicherungsstände werden eine Woche aufbewahrt. Zusätzlich bewahren wir eine wöchentliche Sicherung für einen Zeitraum von 3 Monaten auf. Dies ist ein guter Kompromiss zwischen Aufbewahrungsdauer und Speicherplatzverbrauch. Typischerweise erkennt man den Verlust wichtiger Daten innerhalb weniger Tage. Bei einem Datenverlust, welcher erst nach mehreren Wochen bemerkt wird ist es dagegen meist egal, ob eine Sicherung vom Montag oder vom Donnerstag der betreffenden Woche zurückgespielt wird.
Wie funktioniert die Datensicherung in Kubernetes?
Das Backup von Daten in Kubernetes-Installation funktioniert im wesentlichen genauso wie die Datensicherung von normalen Servern, also zu den selben Zeitpunkten, dateibasiert und mit den selben Aufbewahrungsintervallen.
Im Unterschied zu normalen Servern erstellt unser Backupsystem hierbei jedoch eine Liste aller PVCs und sichert diese nacheinander und getrennt voneinander. Hierbei ist es unerheblich, ob es sich beim Original-Speicher um ein lokales PVC handelt oder um ein PVC, welches auf einem verteilten Ceph Speicher liegt. Es ist auch irrelevant, ob ein PVC zum Zeitpunkt des Backups genutzt wird, also gemountet ist, oder nicht. Alle PVCs werden gesichert.
Wie werden MySQL/MariaDB Datenbanken gesichert?
Datenbanken haben typischerweise das Problem, dass sie ihre Daten in sehr großen Dateien verwalten. Diese werden von der Datenbanksoftware ständig offen gehalten und darin enthaltene Daten geändert. Ein dateibasiertes Backup kann dadurch sehr schnell Inkonsistenzen aufweisen.
Um sicherzustellen, dass auch Datenbanken nach einem Datenverlust zuverlässig zurückgespielt werden können, speichern wir Datenbanken nicht dateibasiert, sondern machen hier eine Ausnahme. Von Datenbanken werden Dumps erzeugt und auf das Backup-System übertragen. Diese Dumps enthalten MySQL-Kommandos, welche es ermöglichen, den genauen Inhalt der Datenbanken nach einem Verlust wiederherzustellen. Ein Recovery ist dabei bis auf die Ebene einzelner Tabellen möglich.
Alle vertraglich durch uns verwalteten Datenbanken werden auf diese Art gesichert. Dies betrifft insbesondere alle Datenbanken unserer Webserver, sowie MariaDB- und Galera-Instanzen in Kubernetes, sofern diese Datenbanken durch uns bereitgestellt werden.
Wie verhindere ich ein Backup?
In machen Fällen ist es sinnvoll, dass von bestimmten Daten kein Backup durchgeführt wird. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn Sie wissen, dass es sich bei Ihren Daten nur um temporäre Dateien handelt, welche nur unnötig Speicherplatz auf unseren Backup-Servern benötigen würden. Wir haben daher die Möglichkeit, bestimmte Verzeichnisse vom nächtlichen Sicherungslauf auszuschließen. Bitte schreiben Sie uns eine kurze Nachricht an den Support mit Angabe des Servers und Verzeichnisnamens, falls wir ein Verzeichnis in die Backup Exclude Liste aufnehmen sollen. Unter Kubernetes können Sie selbst definieren, dass ein PVC nicht gesichert wird. Setzen Sie hierfür das folgende Label an das PVC: backup.tralios.de/exclude: "true".
Wie erhalte ich Daten aus dem Backup?
Sie benötigen Daten aus unserem Backup? Bitte senden Sie hiezu eine Nachricht an unseren Support. Geben Sie dabei bitte möglichst detailliert an, um welche Daten es sich handelt (Server, Dateiname, Verzeichnisname o.ä.) sowie auf welches Backup zurückgegriffen werden soll (Beispielangabe: „Die Datei index.html aus dem Verzeichnis www.example.com wurde wahrscheinlich vorgestern gelöscht. Bitte ein mindestens 3 Tage altes Backup zurückspielen.“).
